Erst im 20. Jahrhundert und nach dem Zivilisationsbruch der Schoa sollte die katholische Kirche einen neuen Pfad einschlagen. Das Zweite Vatikanische Konzil verabschiedete auf Drängen Johannes XXIII. die Erklärung «Nostra Aetate» (In unserer Zeit), die den alleinigen Wahrheitsanspruch des Christentums beendete und einräumte, dass auch anderen Religionen von Gott inspiriert worden seien. Juden seien nicht «von Gott verworfen oder verflucht», ferner könne man die Kreuzigung Jesu «weder allen damals lebenden Juden ohne Unterschied noch den heutigen Juden zur Last legen». Damit begann die Kirche einen Schlussstrich unter 1800 Jahre Judenhass zu ziehen. Der historische Israelbesuch Papst Johannes Paul II. im Jahr 2000 machte auch den Juden klar, dass ein neues Kapitel in den schwierigen Beziehungen begonnen hatte, wenn sie auch bis heute noch oft und leicht von Krisen befallen werden.
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