Juden als Verbündete der Perser

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Nur noch einmal werden Juden für kurze Zeit Herrscher in Jerusalem. Im siebten Jahrhundert wollen sie an Seite der Perser, die nach Jahrhunderten zum entscheidenden Schlag gegen Ostrom ausholen, ihr Heiligtum befreien. Die Stunde scheint günstig, Byzanz ist geschwächt. So tritt Persiens Herrscher Khosrau in einen Pakt mit den Juden und verspricht ihnen die Wiederherstellung ihres Tempels. Der Exilarch Nehemia Ben Huschiel, Nachkomme der davidischen Dynastie, stellt eine Streitmacht von 20.000 Juden auf, um an Seite Khosraus gegen Byzanz zu ziehen. Juden in Byzanz öffnen den Eroberern die Tore und empfangen sie als Befreier. Ihr Verhalten ist Resultat von Jahrhunderten römischer und frühchristlicher Diskriminierung.

Im Jahr 614 erobern die Juden endlich Jerusalem und herrschen hier drei Jahre lang. Sie sammeln Geld, um den Tempel zu errichten, und nutzen die Gelegenheit, um sich an den Christen zu rächen. Nach der Ermordung ihres Anführers Huschiels töten die jüdischen Soldaten zwischen 25000 und 90000 Christen. Die Grabeskirche wird schwer beschädigt, das heilige Kreuz von den Persern gestohlen. Juden ziehen durch Palästina und zerstören Klöster und Kirchen, Christen konvertierten zum Judentum, manche sogar freiwillig.

Doch als Heraklius im Jahr 630 nach dem Sieg über die Perser mit dem heiligen Kreuz in Jerusalem einzieht, bricht er, angestachelt von rachesüchtigen Priestern, sein Versprechen. Sie entlassen ihn im Vorhinein aus seinem Schwur und setzen vorsichtshalber einen Fasttag für ihn ein, damit er in Ruhe die Juden schlachten kann. Dieser Fasttag wird sich in der orthodoxen Kirche Jahrhunderte erhalten.

Doch Huschiels Feldzug endet wie die Versuche seiner Vorgänger. Im entscheidenden Augenblick wechseln die persischen Verbündeten die Seite. Nachdem die Juden ihm den Weg ans Mittelmeer bereitet haben, braucht Khosrau jetzt die Hilfe der byzantinischen Christen. Er will die Spaltung zwischen Orthodoxen und Monophysiten nutzen. Um deren Gunst zu gewinnen, bricht er seinen Bund mit den Juden und wirft sie aus Jerusalem. Verraten, wenden diese sich an den byzantinischen Herrscher Heraklius, der ihnen im Gegenzug für ihre Hilfe Amnestie verspricht.