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	<title>Go-Jerusalem.de</title>
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	<description>Dr. Gil Yaron bloggt für Go-Jerusalem.de</description>
	<pubDate>Tue, 27 Jul 2010 13:40:15 +0000</pubDate>
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		<title>Sommerpause</title>
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		<pubDate>Tue, 27 Jul 2010 13:40:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

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		<description><![CDATA[Liebe Leser,
unser Blog macht eine Sommerpause.
Demnächst sind wir für Sie wieder da.
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			<content:encoded><![CDATA[<p>Liebe Leser,<br />
unser Blog macht eine Sommerpause.<br />
Demnächst sind wir für Sie wieder da.</p>
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		<title>Fenster zur Vergangenheit</title>
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		<pubDate>Thu, 27 May 2010 09:05:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator>gilyaron</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

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		<description><![CDATA[Der Restaurator Matthias Blana gehört zu den wenigen Experten Deutschlands die sich darauf verstehen, antike Keramikscherben aus archäologischen Ausgrabungen wieder zu prachtvollen Vasen zusammenzufügen. Für ihn sind die alten Gefäße ein „Fenster zur Vergangenheit“.

Für einen Durchschnittsmenschen muss der Urlaub von Matthias Blana wie eine mittelalterliche Folter anmuten. Der 38 Jahre alte Restaurator aus dem Allgäu [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;">Der Restaurator Matthias Blana gehört zu den wenigen Experten Deutschlands die sich darauf verstehen, antike Keramikscherben aus archäologischen Ausgrabungen wieder zu prachtvollen Vasen zusammenzufügen. Für ihn sind die alten Gefäße ein „Fenster zur Vergangenheit“.</p>
<p style="text-align: justify;">
Für einen Durchschnittsmenschen muss der Urlaub von Matthias Blana wie eine mittelalterliche Folter anmuten. Der 38 Jahre alte Restaurator aus dem Allgäu verbringt seine Reisezeit wann immer er kann in einem dunklen Keller in Jerusalem, zwischen tönernen Stieren aus der Bronzezeit und kanaanitischen Amphoren. In den unterirdischen Gewölben des Deutschen Evangelischen Instituts (DEI) auf der Augusta schabt Blana Jahrhunderte alten Dreck von Keramikfragmenten, repariert kleine Statuen und versucht, aus einem Wirrwarr bunter Scherben antike Vasen zu rekonstruieren. Es kann Monate, manchmal sogar Jahre, dauern, bis aus hunderten Bruchstücken wieder ein Gefäß wird. Anscheinend war es kein Zufall, dass er bereits als Zwölfjähriger sein erstes Puzzle mit 10.000 Teilen zusammensetzte.</p>
<div id="attachment_588" class="wp-caption alignright" style="width: 235px"><img class="size-medium wp-image-588" title="blana-mit-gefaess-aus-eisenzeit-4" src="http://www.go-jerusalem.de/blog/wp-content/uploads/2010/05/blana-mit-gefaess-aus-eisenzeit-4-225x300.jpg" alt="Blana mit einem Gefäss aus der Eisenzeit" width="225" height="300" /><p class="wp-caption-text">Blana mit einem Gefäss aus der Eisenzeit</p></div>
<p style="text-align: justify;">
Restaurator sein ist heute Blanas „Traumberuf“, trotzdem begeisterte er sich spät für Archäologie. Als er 19 Jahre alt war fiel ihm ein Buch von Thor Heyerdahl in die Hände. Der norwegische Anthropologe beschrieb, wie er mit seinem Papyrusboot „Ra II“ über den Atlantik segelte um zu beweisen, dass es schon im Altertum Kontakte zwischen Afrika und Amerika gegeben haben könnte. Das weckte Blanas Abenteuerlust. „Heyerdahl hat mich beeindruckt, weil er für andere Kulturen offen war. Ich will auch über den Tellerrand hinausblicken“, sagt Blana. Ein Artikel über eine Unterwasserausgrabung an Israels Küste weckte Blanas Neugier, und schon kurze Zeit später nahm er 1992 an einer Ausgrabung im Heiligen Land Teil: „Ich war das erste Mal weit weg von Europa. Das war schon ein Abenteuer“, sagt Blana, der mit seinen Eltern kurz vor der Wende aus der DDR nach München ausgewandert war. Bei seinem ersten Auslandsaufenthalt traute er sich noch nicht, allein umherzureisen: „Die hohe Militärpräsenz hat mich eingeschüchtert. Das fing schon am Flughafen an, als ich die Soldaten mit ihren Gewehren sah. Ich dachte, es sei Krieg. Ich wollte auf der Stelle kehrt machen. Aber später hat mich dieses Land gepackt“, sagt Blana. Nur vier Wochen später kam er wieder: „Da bin ich einen Monat lang mit dem Bus durchs Land gefahren. Es ist inzwischen meine zweite Heimat geworden“, sagt Blana.</p>
<p style="text-align: justify;">Fast jedes Jahr kommt Blana in den Nahen Osten, und ganz besonders nach Israel, um Funde zu restaurieren. „Man kann schon sagen, dass meine Frau da manchmal ein wenig eifersüchtig ist“, sagt der Vater von zwei Kindern mit einem Schmunzeln. Israel sei eine zweite Heimat für ihn geworden, sagt er, doch Blana ist kein naiver Israelfan: „Israel ist für mich der Fuß des Westens in der Tür des Nahen Ostens. Hier stoßen zwei Kulturen aufeinander. Das Leben ist rauher, Menschen sind rücksichtsloser“, sagt Blana. Erst vor kurzem entdeckte er jedoch eine andere, tiefere Verbindung zwischen dem Judenstaat und seiner Familiengeschichte. „Ich habe mich oft gefragt, warum ich herkomme“, sagt Blana, und plötzlich gerät sein Redefluss ins Stocken. Kurz vor ihrem Tod habe seine Mutter ihm ein Familiengeheimnis offenbart, sagt Blana, und ringt jetzt sichtlich mit den Tränen: „Meine Vorfahren stammen aus Oberschlesien. Meine Großeltern hatten jüdische Nachbarn, die im Zweiten Weltkrieg verschwanden. Niemand wusste wohin.“ Es fiel an seinen Großvater, den Hintergrund der verschwundenen Nachbarn aufzudecken: „Mein Großvater war Zugführer bei der Reichsbahn. Damals musste man ab und zu anhalten, neue Kohle laden und die Bremsen in den Wagons überprüfen.“ Eines Tages, bei einer Routineüberprüfung, entdeckte Blanas Großvater, dass er eine erschütternde Fracht transportierte: „In den Wagons waren hunderte Menschen, Juden. Ich fürchte, mein Opa hat sie nach Auschwitz gefahren.“ Der Großvater erzählte niemand davon, bis sein Beichtvater nach seinem Tod Blanas Mutter von dem dunklen Geheimnis erzählte, dass ihren Vater Zeit seines Lebens geplagt hatte: „Rückblickend gibt für mich jetzt alles Sinn“, sagt Blana. „Ich bin die dritte Generation und mir ist klar, dass ich keine Schuld habe. Aber immer, wenn ich herkomme, habe ich das Gefühl, dass 300 Tote hinter mir stehen.“ Plötzlich erhält auch Blanas Maxime: „Nur wenn wir unsere Geschichte kennen, können wir unsere Zukunft besser abschätzen“ eine völlig neue Bedeutung.</p>
<p style="text-align: justify;">
<div id="attachment_589" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><img class="size-medium wp-image-589" title="figurine-arbeitsmaterial-2" src="http://www.go-jerusalem.de/blog/wp-content/uploads/2010/05/figurine-arbeitsmaterial-2-300x225.jpg" alt="Figurine und Arbeitsmaterial" width="300" height="225" /><p class="wp-caption-text">Figurine und Arbeitsmaterial</p></div>
<p style="text-align: justify;">Von Heyerdahl inspiriert wollte Blana anfangs Archäologie studieren, aber Freunde rieten ihm ab. Er wählte die Karriere als Restaurator. „Ein Archäologe muss sich auf ein bestimmtes Forschungsfeld konzentrieren. Ich kann mich hingegen mit Bodenfunden aus aller Welt und jedem Zeitraum befassen“, sagt Blana zufrieden über seinen damaligen Entschluss. „Mehr als 95% der Funde an archäologischen Ausgrabungen sind Keramikscherben“, sagt Blana. Ohne dass ein Restaurator sie hergerichtet hat, sind sie für die Forscher nur schwer verwertbar. „Meine Aufgabe ist es, Spuren der Vergangenheit wieder lesbar zu machen“, sagt Blana. „Zuerst überprüfe ich die Bruchstücke. Sind sie fest, oder bröckeln sie und sanden ab?“ Danach werden die Funde gereinigt. Über die Jahrhunderte lösen sich Kalk und Salz aus dem Boden im Grundwasser und steigen an heißen Sommertagen mit dem Wasser zur Oberfläche. Wenn das Wasser verdunstet, bleiben Kalk und Salz zurück und bilden an den archäologischen Funden „Sinterkrusten“. Blana erklärt sein Vorgehen: „Die Krusten werden mit einem 10%igen Salzsäurebad abgelöst und die Scherben in destilliertem Wasser gereinigt.“ Später schabt der gelernte Zahntechniker die verbleibenden Rückstände mit einem Skalpell ab. Die Sisyphusarbeit kann beginnen.</p>
<p style="text-align: justify;">„Ich lege die gesäuberten Scherben auf einen Tisch und beginne, sie zu ordnen, versuche herauszufinden, was zusammengehört: Zuerst nach der Farbe: rote, graue, gelbe, dann nach Material und Dicke.“ Seine frühen Puzzlespiele waren wertvolle Erfahrungen: „Um ein Restaurator zu werden braucht man viel Geduld, und Hartnäckigkeit. Es ist wie ein Duell. Wer hat den längeren Atem?“ Es kann Jahre dauern, bis ein größeres Tongefäß wieder zusammengesetzt ist. „Man fängt normalerweise mit dem Boden an“, sagt Blana. Es fordert Exaktheit, und viel räumliches Denken: „Ein kleiner Fehler am unteren Teil kann dazu führen, dass oben nichts mehr passt. Deswegen benutzen wir auch reversible Kunstharzkleber oder Nitrocellulose. Schon so manches Mal habe ich ein Gefäß mühsam zusammengesetzt, nur um alles wieder auseinanderzunehmen.“</p>
<p style="text-align: justify;">Blana fühlt sich in seinem Keller nicht einsam: „Funde, mit denen ich so lange arbeite, werden für mich so eine Art Familienmitglied. Ich spreche zu ihnen“, sagt Blana: „Das ist ja in Ordnung, solange sie mir nicht antworten“, fügt er lächelnd hinzu. Immer wieder gibt es Augenblicke, die den ansonsten recht nüchternen Restaurator faszinieren. Blana erinnert sich noch gut an eine Keramikscherbe von seiner ersten Ausgrabung in Israel: „Es war ein Stück nahe dem Henkel, aus dem Schulterbereich eines Gefäßes. Ich entdeckte den Fingerabdruck des Töpfers. Das hat mich sehr gerührt, weil ich gesehen habe, dass da ein Mensch daran gearbeitet hat, und das ist immerhin 2500 Jahre her.“ Doch selbst die Begeisterung dieses enthusiastischen Restaurators kennt Grenzen: „Wenn meine Tochter daheim einen Teller zerdeppert, schmeiß ich ihn weg. Ich hole mir die Arbeit nicht ins Haus.“</p>
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		<title>Jerusalem feiert seinen Festtag - zumindest im Westen</title>
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		<pubDate>Wed, 12 May 2010 14:38:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>gilyaron</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

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		<description><![CDATA[Nach langer Pause wieder zurück&#8230;
Das israelische Jerusalem feiert heute seinen Feiertag - Jom Jeruschalayim, nennen das die Israelis. Sie feiern heute die Einheit ihrer &#8220;ewigen, unteilbaren Hauptstadt&#8221; - eine gute Gelegenheit, um pompöse Aussagen über die Zukunft der Stadt zu machen, die sich im Herzen des Nahostkonflikts zwischen Israelis und Palästinensern befindet.
Höhepunkt sind die Fahnenmärsche [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Nach langer Pause wieder zurück&#8230;</p>
<p style="text-align: justify;">Das israelische Jerusalem feiert heute seinen Feiertag - Jom Jeruschalayim, nennen das die Israelis. Sie feiern heute die Einheit ihrer &#8220;ewigen, unteilbaren Hauptstadt&#8221; - eine gute Gelegenheit, um pompöse Aussagen über die Zukunft der Stadt zu machen, die sich im Herzen des Nahostkonflikts zwischen Israelis und Palästinensern befindet.</p>
<p style="text-align: justify;">Höhepunkt sind die Fahnenmärsche von ausländischen und israelischen Jugendlichen, die mit Flaggen durch die Stadt und in die Altstadt marschieren. Ein fröhlicher Umtrieb, den die arabischen Bewohner der Stadt mit Argwohn betrachten. Jerusalemer fliehen an diesem Tag übrigens am liebsten aus ihrem Wohnort, da zehntausende Besucher von außerhalb und strenge Sicherheitsvorkehrungen die ohnehin schon fast unerträglichen Verkehrs in einen festsitzenden Megastau verwandeln.</p>
<p style="text-align: justify;">Doch eigentlich gibt es in der Stadt nur wenig zu feiern. Neueste Statistiken zeigen wieder einmal deutlich, dass Jerusalem die ärmste Stadt Israels ist. Der Anteil der Ultra-Orthodoxen ist hier drei Mal höher als im Landesdurchschnitt, mehr als die Hälfte der palästinensischen Kinder leben unter der Armutsgrenze, zehntausende von ihnen haben keinen Platz in der Schule. Kein Wunder, dass die besser situierten Säkularen Israelis, die nur mehr eine kleine Minderheit der Erstklässler stellen, immer häufiger das Weite suchen. Auch im Jahr 2009 verließen wieder mehr Israelis die Stadt als zuwanderten. Trotzdem kann Jerusalem, Dank durchscnittlich 4 Kindern pro Familie, im Jahr 2010 insgesamt wieder einen Bevölkerungszuwachs für sich verbuchen.</p>
<div id="attachment_583" class="wp-caption alignright" style="width: 310px"><img class="size-medium wp-image-583" title="Tanzende Schulkinder vor dem Jaffator mit obligatorischer Israelfahne" src="http://www.go-jerusalem.de/blog/wp-content/uploads/2010/05/dsc02967-300x225.jpg" alt="Tanzende Schulkinder vor dem Jaffator mit obligatorischer Israelfahne" width="300" height="225" /><p class="wp-caption-text">Tanzende Schulkinder vor dem Jaffator mit obligatorischer Israelfahne</p></div>
<p style="text-align: justify;">Also, raus in die Straßen (zu Fuß) und so gut es geht mitgefeiert!</p>
<p style="text-align: justify;">
<p style="text-align: justify;">Wer will, kann <a href="http://www.youtube.com/watch?v=BZSvR2H4gBg" target="_blank">hier auch noch ein Video </a>dazu anschauen&#8230;</p>
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		<title>Korruptionsaffäre erschüttert Israel</title>
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		<pubDate>Mon, 19 Apr 2010 14:44:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator>gilyaron</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

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		<description><![CDATA[Jerusalemer mochten das Bauprojekt noch nie. Israelische Medien bezeichnen den riesigen Hochhauskomplex, der das „Holyland Hotel“ auf einem Hügel in der Stadt ersetzte, als „Schandfleck“. Neben dem Architektenstreit rangt sich nun angeblich „eine der größten Korruptionsaffären in der Staatsgeschichte“ Israels um die umstrittenen Luxuswohnungen. Zig Millionen Euro sollen Beamten zugeschoben worden sein, um den Bau [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;">Jerusalemer mochten das Bauprojekt noch nie. Israelische Medien bezeichnen den riesigen Hochhauskomplex, der das „Holyland Hotel“ auf einem Hügel in der Stadt ersetzte, als „Schandfleck“. Neben dem Architektenstreit rangt sich nun angeblich „eine der größten Korruptionsaffären in der Staatsgeschichte“ Israels um die umstrittenen Luxuswohnungen. Zig Millionen Euro sollen Beamten zugeschoben worden sein, um den Bau der hässlichen Häuser mit dem traumhaften Ausblick zu genehmigen, Baurechte auszudehnen und Bauauflagen zu ignorieren. Als Hauptverdächtige gelten Ex-Premier Ehud Olmert, der zu Zeit der Planung als Jerusalems Bürgermeister amtierte, und sein Nachfolger Uri Lupolianski. Sechs Personen befinden sich bereits in Untersuchungshaft, eine Vielzahl hochrangiger Beamter steht unter Korruptionsverdacht.</p>
<p style="text-align: justify;">„Diese Affäre ist in ihrem Umfang beispiellos“, sagte Staatsanwältin Liat Ben-Ari dem obersten Gerichtshof, und schätzte, „dass wir in diesem Fall wahrscheinlich noch hunderte Zeugen vernehmen werden“. Olmert muss sich bereits wegen zwei anderer Korruptionsaffären vor Gericht verantworten muss. Nun wird ihm und seinem Nachfolger vorgeworfen, Zahlungen in Millionenhöhe entgegengenommen und dafür dem Holyland-Projekt weitere Baurechte zugesichert zu haben. Auflagen zur Errichtung öffentlicher Einrichtungen, wie Kindergärten, Synagogen und Schulen wurden einfach gestrichen.</p>
<p style="text-align: justify;">Olmert und Lupolianski haben jede Schuld von sich gewiesen. Olmert teilte in einer Presseerklärung mit, die Veränderungen am Bau seien in Lupolianskis Amtszeit vorgenommen worden. Lupolianski konterte, die korrupten Entscheidungen seien gefällt worden, als er im Rathaus noch als machtloser Stellvertreter Olmerts fungiert habe. Die Anklage ließ erkennen, dass sie bereits über einen Kronzeugen verfüge, aber noch weiteres Beweismaterial sicherstellen wolle. <img src="file:///C:/DOCUME~1/gil/LOCALS~1/Temp/moz-screenshot.png" alt="" /><img src="file:///C:/DOCUME~1/gil/LOCALS~1/Temp/moz-screenshot-1.png" alt="" /></p>
<div id="attachment_580" class="wp-caption alignright" style="width: 310px"><img class="size-medium wp-image-580" title="holyland" src="http://www.go-jerusalem.de/blog/wp-content/uploads/2010/04/holyland-300x225.jpg" alt="Unbeliebte Luxusbauten - Holyland" width="300" height="225" /><p class="wp-caption-text">Unbeliebte Luxusbauten - Holyland</p></div>
<p style="text-align: justify;">Die Holyland-Affäre scheint jedoch nur einen Auftakt zu bilden. Der Minister für Innere Sicherheit Itzchak Aharonovitsch spekulierte, der Bauskandal in Jerusalem sei nur die „Spitze der Eisbergs“. Schon spekulieren Medien über eine Vielzahl anderer Jerusalemer Bauprojekte, die mit fragwürdigen Genehmigungen errichtet wurden.</p>
<p style="text-align: justify;">In den vergangenen Jahren haben Korruptionsskandale das Land erschüttert. In einer Zeit bemerkenswerter wirtschaftlichen Aufschwungs war es im ehedem sozialistisch angehauchten Land zur Norm geworden, sich an der öffentlichen Kasse zu bedienen. Doch nun greift die Polizei und Staatsanwaltschaft mit harter Hand durch. Gleich mehrere Minister, darunter auch der ehemalige Finanzminister Abraham Hirschson, verbüßen wegen der Veruntreuung öffentlicher Mittel inzwischen lange Haftstrafen, prominente Politiker wurden für Vetternwirtschaft verurteilt. Trotz der öffentlichkeitswirksamen Gerichtsverfahren ist Israel in der Rangliste korrupter Staaten weltweit jedoch immer tiefer gesunken. Platzierte die Organisation „Transparency International“, die Korruption weltweit erforscht, Israel im Jahr 1997 noch auf Rang 15 von 180, rutschte der Staat im Vorjahr auf Platz 32 ab.</p>
]]></content:encoded>
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		<title>Die Kreuzzüge</title>
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		<pubDate>Tue, 13 Apr 2010 18:01:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>gilyaron</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

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		<description><![CDATA[Es ist mal wieder Zeit für ein wenig Geschichte. Angesichts der neuerlichen Spannungen um Jerusalem ist es deswegen vielleicht passend, sich an die Zeit der Kreuzzüge zu erinnern&#8230;
Nachdem Jerusalem im Jahr 638 an die Muslime gefallen war, war es an den Christen, sich als geduldete Minderheit zu fühlen. Von kurzen Ausnahmen wie der Regierungszeit des [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;">Es ist mal wieder Zeit für ein wenig Geschichte. Angesichts der neuerlichen Spannungen um Jerusalem ist es deswegen vielleicht passend, sich an die Zeit der Kreuzzüge zu erinnern&#8230;</p>
<p style="text-align: justify;">Nachdem Jerusalem im Jahr 638 an die <strong>Muslime </strong>gefallen war, war es an den <strong>Christen</strong>, sich als geduldete Minderheit zu fühlen. Von kurzen Ausnahmen wie der Regierungszeit des «verrückten Kalifen» <strong>al-Hakim bi amr Allahs </strong>abgesehen, ging es den Christen vor Ort gut, solange sie die <strong>Dschizya</strong>, die Kopfsteuer der «Ungläubigen», entrichteten. Andere Entwicklungen bereiteten ihnen jedoch Sorgen. Mit dem Einfall der Turkmenen in das <strong>Byzantinische Reich</strong> wurde das Christentum im 11. Jahrhundert im Osten immer weiter zurückgedrängt. Die Niederlage in der <strong>Schlacht von Manzikert</strong> im Jahre 1071 markierte einen Wendepunkt, von dem an Byzanz immer stärker in Bedrängnis kam. Kaiser Romanus IV. Diogenes wurde im Kampf von seinem turkmenischen Widersacher Alp Arslan gefangengenommen und mit Geschenken entlassen.</p>
<p style="text-align: justify;">Seine Truppen verziehen ihm die Niederlage aber nicht: Sie setzten ihn ab, blendeten ihn und töteten ihn nach langer Folter. Die Schlacht zerstörte den Nimbus der Unbesiegbarkeit byzantinischer Truppen und erweckte im Westen den Verdacht, dass Byzanz die Christenheit im Osten, und vor allem auf den <strong>Pilgerreisen ins Heilige Land</strong>, nicht mehr schützen konnte.</p>
<p style="text-align: justify;">Den Nachfolgern Romanus’ wurde schnell deutlich, dass es ihrer Armee an professionellen Soldaten mangelte. Also entsandte <strong>Kaiser Alexios I. </strong>von Byzanz eine Abordnung zu einem <strong>Konzil in Piacenza </strong>im Sommer 1095 mit der Bitte, der Papst möge sich für westliche Militärhilfe an Byzanz einsetzen. Die Stadt Jerusalem wurde dabei zu einem zentralen Argument für ein christliches Engagement. Dies mag auch ein geschickter rhetorischer Vorwand gewesen sein, ging es Byzanz doch wahrscheinlich weniger um eine Befreiung des Heiligen Landes als um den Kampf an seiner Ostgrenze.</p>
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		<title>Fanatiker wollen ein anderes Ostern</title>
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		<pubDate>Thu, 08 Apr 2010 15:13:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>gilyaron</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

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		<description><![CDATA[Normalerweise schießen die Amerikaner den Vogel ab. Dabei ist es sehr schwer, sich bei den Karfreitagsprozessionen auf der Via Dolorosa, dem vermeintlichen Weg, den Jesus vor seiner Kreuzigung zurücklegte, hervorzutun. Zehntausende christliche Pilger aus aller Welt strömen jedes Jahr zu Ostern nach Jerusalem, um die vierzehn Stationen des Leidenswegs Jesus abzuschreiten. Hier singen bunt gekleidete [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;">Normalerweise schießen die Amerikaner den Vogel ab. Dabei ist es sehr schwer, sich bei den Karfreitagsprozessionen auf der Via Dolorosa, dem vermeintlichen Weg, den Jesus vor seiner Kreuzigung zurücklegte, hervorzutun. Zehntausende christliche Pilger aus aller Welt strömen jedes Jahr zu Ostern nach Jerusalem, um die vierzehn Stationen des Leidenswegs Jesus abzuschreiten. Hier singen bunt gekleidete Nigerianer fröhlich Hymnen, dort schreitet eine Gruppe ernster Spanier, die hölzerne Kreuze mit sich tragen und sich von den aggressiv werbenden arabischen Händlern belästigt fühlen. An der fünften Station, tief im muslimischen Viertel, soll Simon von Cyrene Jesus geholfen haben, das Kreuz zu tragen. Ergriffen starren die Pilger auf einen blanken Stein, an dem der Heiland sich festgehalten haben soll. Die Amerikaner inszenieren sich jedoch immer wieder am aufwendigsten: sie stellen die Passion mit viel Filmblut und peitschenden Legionären nach, die einen halbnackten Jesus durch die Gassen treiben.</p>
<p>Mitten in den engen Gassen, deren Pflastersteine seit Jahrhunderten von hunderttausenden Pilgerfüßen glänzend glatt poliert wurden, trennen moderne stählerne Barrieren die Pilgerströme von den anderen Bewohnern Jerusalems. Dicht an dicht folgen zehntausende Araber der Stimme des Muezzins, die aus den mannshohen Lautsprechern am Tempelberg hallt. Auf Arabisch ruft er die Muslime zum Freitagsgebet in der Al-Aqsa Moschee, dem drittheiligsten Ort des Islams. Direkt daneben markiert der Felsendom den Ort, von dem aus Muhammad laut muslimischer Überlieferung in den Himmel aufstieg.</p>
<p>Für Juden hat der Standort des Felsendoms eine andere Bedeutung. Vor zweitausend Jahren befand sich genau hier das Allerheiligste ihres Tempels. Und so eilen auf der anderen Seite der Barrieren orthodoxe Juden mit schwarzen Käppchen oder Siedler mit ihren gehäkelten Käppchen zur Klagemauer, dem letzten Überbleibsel der gewaltigen Tempelanlage, die sich genau unterhalb der Al-Aqsa befindet. Um den Hals die Maschinenpistole, Hals und Oberkörper mit einer schusssicheren Weste geschützt, wachen mehr als 2500 israelische Polizisten über diese kunterbunte Menschenmenge von Pilgern, Händlern, Gläubigen, Schaulustigen und Fanatikern.</p>
<p>Jerusalem wird jedoch von diesem heiligen Durcheinander immer mehr zum Casus Belli des nächsten Nahostkrieges. Geschickt mischen fanatische Führer auf beiden Seiten Geschichte und die Mythen, die an den alten Steinen haften. Sie stellen aus Religion und Geographie eine explosive Mischung her. Nachdem Israel den geplanten Bau weiterer Siedlungen im arabischen Ostteil Jerusalems verkündete, kommt es in der Stadt immer wieder zu Auseinandersetzungen zwischen palästinensischen Jugendlichen und der Polizei. Die Anzahl gewaltsamer Zwischenfälle ist von 3 im Februar auf 27 im März gestiegen. Längst fliegen nicht mehr nur Steine, sondern auch Brandsätze auf Siedler, einmal schossen Palästinenser auf einen jüdischen Wächter.</p>
<p>Extremisten machen sich den wachsenden Unmut und das Misstrauen zunutze. Eine jüdische Gruppe plant eine groß angelegte Werbekampagne für die Wiedererrichtung des jüdischen Tempels. Eine Fotomontage, die auf Bussen der Öffentlichkeit gezeigt werden soll, zeigt den Tempelberg ohne die al Aqsa und den Felsendom. An ihrer statt erhebt sich das eckige Tempelgebäude. Dies sei „eine legitime Kampagne, die den Arabern eine Botschaft übermitteln soll“, sagt Baruch Marsel, einer der Führer der „Unser Land Israel“-Bewegung. Die islamische Bewegung in Israel reagierte bereits auf die geplante Provokation: Sie war maßgeblich an der Organisation der gewaltsamen Demonstrationen beteiligt.</p>
<p>Längst beschäftigt der Kampf um Jerusalem nicht mehr nur lokale Fanatiker, die immer mehr Menschen in ihren Bann ziehen. Jerusalem ist in der nahöstlichen Politik der stärkste Sammelruf, der alle Beteiligten des eigenen Lagers zur Fahne eilen lässt. So riskiert Israels Premierminister Benjamin Netanjahu eine tiefe Krise zu den USA, weil er behaupten kann, Israels „ewige, unteilbare Hauptstadt“ zu verteidigen. Die arabische Liga konnte sich auf ihrem letzten Gipfel auf nichts einigen, außer darauf, Israel für den Siedlungsbau zu verurteilen. Ferner versprach sie den Palästinensern 500 Million US Dollar, um den „arabischen Charakter Jerusalems zu erhalten.“</p>
<p>Fanatiker auf beiden Seiten nutzen die Symbolkraft Jerusalems, um die Stimmung immer weiter anzuheizen: „Die Israelis wollen die al Aqsa Moschee zerstören“, behauptete unlängst der Führer der libanesischen Hisbollahmiliz Hassan Nasrallah. Er forderte die Palästinenser zum bewaffneten Widerstand auf, in der Hoffnung, dass in den Gassen der Altstadt bald nicht mehr nur Filmblut fließt.</p>
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		<title>Wieder da - Besuch im Krisenherd</title>
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		<pubDate>Tue, 23 Mar 2010 10:08:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>gilyaron</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

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		<description><![CDATA[So, endlich ist meine Vortragsreise vorbei, und ich kann mich wieder ins Krisengebiet Nahost stürzen. Als erstes fuhr ich natürlich nach Ramat Schlomo, dem Zankapfel in der neuen Krise zwischen Israel und den USA. Hier das Ergebnis:
Einen internationalen Krisenherd stellt man sich anders vor. Für den Zankapfel, der in den vergangenen Wochen die „schwerste Krise [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;">So, endlich ist meine Vortragsreise vorbei, und ich kann mich wieder ins Krisengebiet Nahost stürzen. Als erstes fuhr ich natürlich nach Ramat Schlomo, dem Zankapfel in der neuen Krise zwischen Israel und den USA. Hier das Ergebnis:</p>
<p style="text-align: justify;"><img class="alignright size-medium wp-image-569" title="park-in-ramat-shlomo" src="http://www.go-jerusalem.de/blog/wp-content/uploads/2010/03/park-in-ramat-shlomo-300x225.jpg" alt="park-in-ramat-shlomo" width="300" height="225" />Einen internationalen Krisenherd stellt man sich anders vor. Für den Zankapfel, der in den vergangenen Wochen die „schwerste Krise in den Beziehungen zwischen Israel und den USA seit Jahrzehnten“ heraufbeschwört hat, ist Ramat Schlomo erstaunlich langweilig. Ramat Schlomo ist ein typischer Vorort, wie man ihn an den Rändern israelischer Großstädte findet: terrassierte Mehrfamilienhäuser, die in der grellen Mittagssonne weiß glänzen, ziehen sich entlang breiter Straßen, die die Namen berühmter Rabbiner tragen. Im grünen Park am Rand der Siedlung genießen die fröhlich kreischenden Kinder der rund 20.000 orthodoxen jüdischen Einwohner ihre Osterferien. Ramat Schlomo mag in Osten und Norden direkt an palästinensische Stadtteile Jerusalems stoßen, trotzdem fühlt man sich hier sicher.</p>
<p style="text-align: justify;">Der 17 Jahre alte Hinon Debuton wartet am Parkplatz am Nordrand von Ramat Schlomo auf Kundschaft. Für 10 Euro wäscht er Autos. Er trägt das schwarze Käppchen und das weiße Hemd der Ultra-Orthodoxen, aber die englische Musik, die aus seinem i-Phone plärrt, und die Zigarette in seiner Hand zeigen an, dass er es mit der Religion nicht so ernst nimmt. Die anderen Kinder nennen Jugendliche wie ihn „Schababniks“. Das Wort ist eine Mischung des arabischen Wortes „Schabab“ für die Jugendliche, die sich Straßengefechte mit Soldaten liefern, mit einer Jiddischen Endung. In Ramat Schlomo sind Schababniks Jugendliche, die lieber in den Straßen herumlungern als heilige Texte zu studieren. Debuton spricht von Rangeleien mit den arabischen Nachbarn. Samstags suchen die Schababniks am Olivenhain neben dem Parkplatz ein wenig Abwechslung: „Wir treffen uns hier gegen halb zwei“, sagt Hinon. Auf der anderen Seite des Hains warten schon arabische Kinder aus Schoafat, das rund 150 Meter weiter nördlich, jenseits des Hains liegt. „Wir werfen aufeinander Steine, bis die Polizei kommt.“</p>
<p style="text-align: justify;">
<div id="attachment_570" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><img class="size-medium wp-image-570" title="inon-debuton-jeden-samstag-steine-werfen-2" src="http://www.go-jerusalem.de/blog/wp-content/uploads/2010/03/inon-debuton-jeden-samstag-steine-werfen-2-300x225.jpg" alt="Hinon Debuton (Mitte) mit seinen Freunden. Jeden Samstag Steine werfen." width="300" height="225" /><p class="wp-caption-text">Hinon Debuton (Mitte) mit seinen Freunden. Jeden Samstag Steine werfen.</p></div>
<p style="text-align: justify;">Von brutaler Gewalt soll keine Rede sein. „Kinderspiele“, sagt Ilan Levy, der anlässlich des nahenden Passahfestes in der Toraschule „Mischkan Zion“ direkt neben dem Parkplatz ein besonderes Hilfswerk leitet. „Noch nie wurde bei uns eine Fensterscheibe eingeworfen, obwohl wir direkt an Schuafat grenzen. Den Jugendlichen ist einfach langweilig.“ Statt Schülern stehen im Hof der Toraschule halbgeöffnete Kartons mit Getränken und Lebensmitteln herum, es ist eine Mischung von Aldi und Heilsarmee. Die Rabbiner von Ramat Schlomo haben Coupons an die Bewohner ihres Stadtteils verteilt. Die kinderreichen, sozial schwachen Familien bekommen hier für das Fest einen Warenkorb im Wert von 300 € geschenkt, Besserverdienende erhalten Rabatt. Solidarität wird in Ramat Schlomo groß geschrieben.</p>
<p style="text-align: justify;">
<p style="text-align: justify;">Palästinenser, die USA, und der Rest der Welt betrachten Ramat Schlomo als Siedlung, schließlich wurde der Hügel von den Israelis 1967 im Sechs-Tage Krieg von den Jordaniern erobert und in Jerusalem eingemeindet. Die Annektierung von Gebieten, die sich jenseits der grünen Linie, der Waffenstillstandslinie vor dem Krieg, befinden, wurde niemals anerkannt. Das kümmert in Ramat Schlomo keinen: „Jeder, der die Bibel gelesen hat, weiß, dass Jerusalem uns gehört“, sagt der Gemüsehändler Ilan Baruch. Die meisten Israelis sind Baruchs Meinung. Für sie ist Ramat Schlomo nur ein Stadtteil Jerusalems, der „ewigen, unteilbaren Hauptstadt“, so Premier Benjamin Netanjahu. Kaum ein Israeli bezeichnet Ramat Schlomo als Siedlung. Niemand würde dieses jüdische Stadtviertel, das sich etwa 10 Autominuten vom Stadtzentrum Jerusalems befindet, im Rahmen eines Friedensvertrags mit den Palästinensern räumen. Wohnraum ist hier inzwischen knapp geworden: Orthodoxe haben im Durchschnitt 7,7 Kinder pro Haushalt, längst reichen die Wohnung nicht mehr aus. Alle sind sich sicher, dass schon bald neue Häuser hier errichtet werden müssen. Die Bauarbeiten am Abhang scheinen ihnen Recht zu geben.</p>
<p style="text-align: justify;">
<div id="attachment_571" class="wp-caption alignright" style="width: 310px"><img class="size-medium wp-image-571" title="im-hintergrund-sieht-man-ramallah" src="http://www.go-jerusalem.de/blog/wp-content/uploads/2010/03/im-hintergrund-sieht-man-ramallah-300x225.jpg" alt="Strategisch Wohnen: Ausblick auf Ramallah von Ramat Schlomo" width="300" height="225" /><p class="wp-caption-text">Strategisch Wohnen: Ausblick auf Ramallah von Ramat Schlomo</p></div>
<p style="text-align: justify;">Nicht nur das rechte Spektrum bezeichnet die Idee einer Teilung Jerusalems entlang der grünen Linie wie der Parlamentssprecher Reuben Rivling, der Netanjahus Likud Partei angehört, als „rote Linie, die nicht überschritten werden darf“. Selbst Netanjahus wichtigste Rivalin, die Oppositionsführerin Tzippi Livni, würde Orte wie Ramat Schlomo nicht aufgeben. Als Außenministerin verhandelte sie mehr als ein Jahr mit den Palästinensern, die Teilung Jerusalems blieb Tabu. Das Programm ihrer Kadima Partei spricht von territorialen Zugeständnissen an die Palästinenser. Orte, die „die Sicherheit Israels garantieren, oder die einen Bedeutung für die jüdische Religion oder Nation haben“, will Kadima aber behalten – allen voran „das vereinte Jerusalem, die Hauptstadt Israels“.</p>
<p style="text-align: justify;">Der Widerstand gegen eine Teilung Jerusalems nimmt mit der Entfernung von der Klagemauer in der Altstadt Jerusalems ab. Die mehr als 2000 Jahre alte Klagemauer gilt Juden nicht nur als der heiligste Ort auf Erden, für jüdische Israelis ist sie zum Nationalsymbol geworden. Sie versinnbildlicht die Heimkehr ihres Volkes nach 2000 Jahren Exil. Mehr als 90% der Israelis wollen im Rahmen eines Friedensvertrags nicht auf die Klagemauer verzichten, obschon sie sich jenseits der grünen Linie und damit im arabischen Ostjerusalem befindet. Netanjahu bezeichnet die Klagemauer als „den Grundstein unserer Existenz“. Doch je weiter man sich von der Altstadt Jerusalems und ihrer religiösen Bedeutung entfernt, desto kompromissbereiter werden die Israelis.</p>
<p style="text-align: justify;">Zwar will auch die israelische Linke Jerusalem nicht teilen. Doch zieht jeder andere Grenzen. Nach dem Sechs Tage Krieg dehnte Israel die Stadtgrenzen Jerusalems aus: Gebiete von 28 anliegenden arabischen Ortschaften wurden eingemeindet. Die Stadt erstreckt sich nun über 126 Quadratkilometer. Während die extreme israelische Rechte auch die arabischen Stadtviertel mit ihren 250.000 Einwohnern behalten will, sind laut Umfragen rund 65% der Israelis bereit, rein arabische Stadtviertel aufzugeben: „Was soll ich mit Stadtteilen wie Schuafat anfangen, da geh ich doch sowieso nicht hin“, sagt Ilan Baruch. Hunderte Israelis demonstrieren jeden Freitag im arabischen Ostjerusalemer Stadtteil Scheich Jarrah gegen die Präsenz israelischer Siedler. Der Bau von Wohnungen in bereits existierenden, ausschließlich jüdischen Stadtteilen jenseits der grünen Linie ruft in Israel jedoch keinen Widerstand hervor. Kaum jemand bezeichnet die rund 250.000 Israelis, die in Ostjerusalem wohnen, als Siedler.</p>
<p style="text-align: justify;">
<div id="attachment_572" class="wp-caption alignleft" style="width: 235px"><img class="size-medium wp-image-572" title="ilan-baruch-2" src="http://www.go-jerusalem.de/blog/wp-content/uploads/2010/03/ilan-baruch-2-225x300.jpg" alt="Ilan Baruch" width="225" height="300" /><p class="wp-caption-text">Ilan Baruch</p></div>
<p>Auch Sicherheitsbedenken motivieren die Rhetorik vom „vereinten Jerusalem“. Den Stadtgrenzen lag strategisches Kalkül zugrunde: „Auf dem Hügel, auf dem sich heute Ramat Schlomo befindet, standen 1967 jordanische Mörser, die die Innenstadt beschossen“, sagt Kriegsveteran Schimon Cahaner, der heute ein Armeemuseum leitet. Während des Sechs-Tage Krieges tagte Israels Regierung in Jerusalem unter anhaltendem Beschuss. Dieses Trauma hat sich im kollektiven Gedächtnis erhalten, insbesondere angesichts des anhaltenden Raketenbeschusses aus dem Gazastreifen. Israel will mit den annektierten Hügel um Jerusalem in Zukunft die Sicherheit seiner Hauptstadt absichern.<br />
Netanjahus Aussage, dass „Wohnungsbau in Jerusalem sich nicht vom Wohnungsbau in Tel Aviv unterscheidet“, mag international umstritten sein, in Israel ist sie Konsens, besonders für ausschließlich jüdische „Stadtviertel“ wie Ramat Schlomo. „Jeder weiß, dass ein Friedensabkommen diese Stadtviertel in israelischen Händen belassen wird“, sagte Netanjahu diese Woche vor der AIPAC Lobby in Jerusalem, zu tosendem Beifall. Auch in Israel hat seine Bereitschaft, israelische Interessen in Jerusalem selbst gegenüber den USA zu verteidigen, ihm mehr Punkte eingebracht als gekostet. Zugeständnisse im Westjordanland kann Netanjahu seiner ultra-rechten Koalition zumuten. Er soll sich bereits zu mehreren vertrauensbildenden Maßnahmen verpflichtet haben, um indirekte Verhandlungen einzuleiten, wie die Freilassung hunderter Palästinenser aus israelischen Gefängnissen, die Räumung weiterer Straßensperren, vielleicht sogar eine Räumung weiterer Gebiete im Westjordanland und Verhandlungen auch über die Kernfragen des Nahostkonflikts. Ein Baustop in jüdischen Stadtteilen Jerusalems würde jedoch nicht nur seine Regierung zu Fall bringen und sein wichtigstes Wahlversprechen brechen, er widerspricht auch dem Wunsch der Mehrheit der Israelis.</p>
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		<title>Krieg um Jerusalem</title>
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		<pubDate>Tue, 02 Mar 2010 18:52:56 +0000</pubDate>
		<dc:creator>gilyaron</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

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		<description><![CDATA[Ab morgen bin ich wieder auf Vortragsreise durch Deutschland. Vorher noch ein Artikel zu den neusten Entwicklungen in der Heiligen Stadt. Melde mich bei Euch ab dem 18. März wieder!
Jerusalems Bürgermeister will ein arabisches Stadtviertel sanieren. Doch sein Vorhaben stößt auf Misstrauen, Palästinenser drohen offen mit einer neuen Intifada.
Jerusalems Bürgermeister Nir Barkat übte sich gestern [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ab morgen bin ich wieder auf <strong>Vortragsreise </strong>durch <strong>Deutschland</strong>. Vorher noch ein Artikel zu den neusten Entwicklungen in der Heiligen Stadt. Melde mich bei Euch ab dem 18. März wieder!</p>
<p style="text-align: justify;">Jerusalems Bürgermeister will ein arabisches Stadtviertel sanieren. Doch sein Vorhaben stößt auf Misstrauen, Palästinenser drohen offen mit einer <strong>neuen Intifada</strong>.</p>
<p style="text-align: justify;">Jerusalems Bürgermeister Nir Barkat übte sich gestern in autogenem Training: „Schließen Sie nur kurz die Augen und stellen sich vor, wie es aussehen könnte“, sagte Barkat, und fuhr fort: „Plätscherndes Wasser, ein grüner Park, die Schönheit dieses historischen Ortes.“ Mit Grafiken unterlegt präsentierte Barkat sein ehrgeizigstes Projekt: Gan Hamelekh, den Garten des Königs, nennt er das Tal südöstlich des Tempelbergs. Hier soll König Salomo spazieren gegangen sein und vielleicht den einen oder anderen Psalm verfasst haben. Nach dem Tempelberg, so eine Quelle im Rathaus, sei dies der zweitwichtigste Ort der Stadt. Er solle jetzt zum Teil eines grünen Gürtels um die Altstadt und eine Attraktion für hunderttausende Touristen werden.</p>
<div id="attachment_561" class="wp-caption alignright" style="width: 586px"><img class="size-full wp-image-561 " title="plan-von-barkat-links-luftaufnahme-rechts-traum-von-der-zukunft" src="http://www.go-jerusalem.de/blog/wp-content/uploads/2010/03/plan-von-barkat-links-luftaufnahme-rechts-traum-von-der-zukunft.jpg" alt="Barkats Plan: links aktuelle Luftaufnahme, rechts der Traum" width="576" height="432" /><p class="wp-caption-text">Barkats Plan: links aktuelle Luftaufnahme, rechts der Traum</p></div>
<p style="text-align: justify;">Genau zu der Stunde, in der der Bürgermeister seine Visionen vorstellte, erinnerte in der „Grünzone“ nichts ans Bild vom friedlichen Touristenmagnet. Kaum etwas weist darauf hin, dass man sich in der israelischen Hauptstadt befindet. Krankenwagen wagen sich hier nur mit militärischem Geleitschutz her. Zwölfjährige rasen in aufgemotzten Wagen herum, wohl wissend, dass kein Polizist sie anhalten wird. Aus den offenen Wagenfenstern dröhnt arabische Musik und übertönt sogar den Ruf des Muezzins von der Al Aqsa Moschee, die auf dem Berg thront. Wind wirbelt Müll durch die mit Schlaglöchern übersäte Bergstraße. Willkommen in Al Bustan, dem Obstgarten, wie das Tal der Könige bei den Palästinensern heißt.</p>
<p style="text-align: justify;">Das Barkat den palästinensischen Bewohnern des Stadtteils Wohlstand bringen will glaubt in Al Bustan niemand. Seit Jahrzehnten ist man Versprechen der Stadtverwaltung gewöhnt. Sie wurden nie gehalten. Städtische Dienstleistungen sind ein Fremdwort: Es gibt keine Bibliothek, städtische Kindergärten, Parks oder andere Einrichtungen. Dringlichste Not ist jedoch der Mangel an Wohnraum. Für Palästinenser, die im Durchschnitt fünf Kinder pro Familie haben, ist es fast unmöglich, in Jerusalem eine Baugenehmigung zu erhalten. Deswegen errichten tausende ihre Häuser unerlaubt. So entstand in den vergangenen zwanzig Jahren Al Bustan. Insgesamt 88 palästinensische Häuser stehen dicht an dicht, völlig planlos und mit viel Improvisation aneinandergereiht. Mitten in Al Bustan sieht es aus wie in einem Flüchtlingslager: statt Straßen enge Gassen, die sich durch die Häuser winden, arabisches Graffiti glorifiziert den patriotischen Kampf gegen Israel.</p>
<div id="attachment_562" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><img class="size-medium wp-image-562" title="rechtsanwalt-khaled-zabarka-1" src="http://www.go-jerusalem.de/blog/wp-content/uploads/2010/03/rechtsanwalt-khaled-zabarka-1-300x225.jpg" alt="Zabarka mit allen Mitteln kämpfen" width="300" height="225" /><p class="wp-caption-text">Zabarka mit allen Mitteln kämpfen</p></div>
<p>Diesem Durcheinander will Barkat jetzt ein Ende setzen: Sein ambitionierter Plan sieht den Abriss von 22 Häusern vor, die anderen sollen rückwirkend eine Bauerlaubnis erhalten. Die Hälfte von Al Bustan soll dann in einen Park umgewandelt werden, als Entschädigung will Barkat ein 2000 qm2 großes Gemeindezentrum errichten und 3000 qm2 Raum für Geschäfte machen, die von den Bewohnern Al Bustans betrieben werden. „Es ist ein Gewinn für alle“, sagt Barkat.<br />
„Barkat ist ein Lügner. Es geht nicht darum, unsere Lebensbedingungen zu verbessern, sondern uns auszusiedeln“, sagt Khaled Zabarka, einer von vier Rechtsanwälten, die die Bewohner Al Bustans vertreten. „Wir wollen keinen Park. Wir wollen in unseren Häusern bleiben.“ Ein arabischer Architekt hat für Al Bustan einen alternativen Plan verfasst: demnach sollen alle Häuser stehen bleiben dürfen, nur die Mauern zwischen ihnen werden abgerissen, aus Vorgärten soll ein öffentlicher Park werden. Doch Barkat lehnte ab. Er will einen großflächigen Park für hunderttausende Touristen, verspricht aber Entschädigung und Baugenehmigungen für die verbleibenden Häuser. Palästinenser dünken dahinter eine Finte, die ihnen Jerusalem entreißen wird: „Die Idee vom Park soll die Welt beruhigen“, sagt Farhi Abu Diab, ein Aktivist aus Al Bustan. „Erst werden sie unsere Häuser abreißen, und dann wird ihnen plötzlich das Geld fehlen, um ihre Versprechen zu halten. Dann ziehen Juden ein“, sagt Abu Diab.<br />
Während Barkat im Rathaus von Touristenströmen träumt, herrscht in Al Bustan Kriegsstimmung. Die Stimmung ist hier ohnehin aufgeheizt, seitdem die israelische Regierung historische Stätten im arabischen Westjordanland zum „jüdischen Kulturerbe“ erklärte. Seit Tagen liefern sich israelische Soldaten und Palästinenser deswegen Straßenschlachten. Ein paar Männer sitzen in einem Protestzelt: „Wir werden unter Einsatz unseres Lebens unsere Häuser und unser Land verteidigen, die Symbol unserer Ehre sind“, steht in roten arabischen Lettern auf einem Poster. „Wir gehen mit rechtlichen Mitteln gegen Barkats Plan vor. Sollte er trotzdem versuchen, uns aus unseren Häusern zu vertreiben, trägt er die Schuld für die Konsequenzen“, droht der ansonsten sanfte Zabarka. „Wenn man einem Mann sein Haus nimmt – wofür sollte er dann noch leben?“, fragt ein anderer Palästinenser, der seinen Namen nicht nennen will. „Ich werde mein Land nicht verlassen, solange ich lebe“, gelobt er. „Wir haben fast alle unter Kontrolle, aber wenn man uns in die enge treibt, kann ich die Jugendlichen hier nicht mehr zurückhalten“, sagt auch Abu Diab.</p>
<div id="attachment_563" class="wp-caption alignright" style="width: 310px"><img class="size-medium wp-image-563" title="abu-diab-im-hintergrund-al-bustan-1" src="http://www.go-jerusalem.de/blog/wp-content/uploads/2010/03/abu-diab-im-hintergrund-al-bustan-1-300x225.jpg" alt="Abu Diab: Was ist ein Mann ohne sein Haus?" width="300" height="225" /><p class="wp-caption-text">Abu Diab: Was ist ein Mann ohne sein Haus?</p></div>
<p>Die Bewohner von Al Bustan sind nicht allein. Nicht nur die arabische Welt verurteilt Barkats Pläne, auch israelische Linke, selbst die USA warnten vor den gefährlichen Konsequenzen, falls Planierraupen in Al Bustan aufführen. Kurz vor der Pressekonferenz schaltete Israels Premier Benjamin Netanjahu ein, um die Lage zu entschärfen. Er drängte Barkat dazu, seinen Plan nicht zu vollstrecken, sondern weiterhin den Dialog mit den Bewohnern Al Bustans zu führen. Barkat willigte in letzter Minute ein, und bannte damit vorerst den heraufbeschworenen Krieg um Jerusalem. Doch die Stadtverwaltung und die Bewohner scheinen auf einem unausweichlichen Kollisionskurs. Der nächste Kampf um Al Bustan ist nur eine Frage der Zeit.</p>
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		<title>Der Glanz von Byzanz</title>
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		<pubDate>Sun, 28 Feb 2010 14:48:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>gilyaron</dc:creator>
		
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		<description><![CDATA[Mal wieder zurück zur Geschichte:
Nur noch einmal wurde die beginnende Symbiose zwischen dem römischen Reich, nach dem Fall Westroms Byzanz genannt, und dem Christentum existentiell bedroht. Nach Konstantins Tod 337 n. Chr. brach erneut ein Krieg über die Erbfolge aus. Es dauerte ein wenig mehr als 20 Jahre, bis Julianus Apostata, der letzte heidnische Kaiser, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Mal wieder zurück zur Geschichte:</p>
<p style="text-align: justify;">Nur noch einmal wurde die beginnende Symbiose zwischen dem <strong>römischen Reich</strong>, nach dem Fall Westroms <strong>Byzanz </strong>genannt, und dem <strong>Christentum </strong>existentiell bedroht. Nach <strong>Konstantins </strong>Tod 337 n. Chr. brach erneut ein Krieg über die Erbfolge aus. Es dauerte ein wenig mehr als 20 Jahre, bis <strong>Julianus Apostata</strong>, der letzte heidnische Kaiser, noch einmal für zwei Jahre die Staatsgeschäfte in Konstantinopel übernahm. Er hatte in seiner Jugend mit ansehen müssen, wie seine männlichen Verwandten, potentielle Rivalen der Thronerben, von den christlichen Herrschern ermordet wurden. Vielleicht war dies einer seiner Beweggründe, nach seiner Amtsübernahme zu versuchen, das Rad der konstantinischen Wende zurückzudrehen und das Christentum in seinem Reich einzudämmen. So war einer seiner ersten Schritte, es den Juden zu gestatten, ihren <strong>Tempel in Jerusalem </strong>wieder zu errichten.</p>
<p style="text-align: justify;">Doch nur zwei Jahre später wurde Julianus bei seinem Feldzug gegen Persien getötet. Der Versuch, den Tempel wieder zu errichten, schlug fehl. So wurde die Klagemauer zum wichtigsten Heiligtum der Juden.</p>
<p style="text-align: justify;">Nach Julianus Tod zementierten seine Nachfolger den Status des Christentums als <strong>Reichsreligion</strong>. Jerusalem erlebte einen bisher unbekannten Aufschwung. War es bis zu Konstantins Herrschaft eine kleine römische Provinzstadt gewesen, wurde sie im fünften Jahrhundert zu einem der wichtigsten Zentren der Christenheit. Zahlreiche Kirchen ließen die Stadt, die während der Herrschaft <strong>Justinians</strong> (527-565) wohl knapp 100.000 Einwohner hatte und wieder die Ausdehnung während ihrer jüdischen Blütezeit erreicht hatte, in neuem Glanz erblühen. An dem Ort, an dem sich heute die deutsch-katholische <strong>Dormitio </strong>befindet, stand früher die fünfschiffige <strong>Hagia-Sion</strong>. Sie markierte den Ort, an dem Maria gestorben sein soll.</p>
<p style="text-align: justify;">Auch der <strong>Ölberg </strong>wurde als Ort, an dem Jesus lehrte, prophezeite und in den Himmel aufstieg mit Kirchen bebaut. Im vierten Jahrhundert entstand so auch die Legende von Jesu Fußabdruck, der in der <strong>Himmelfahrtskappelle des Imbomon</strong> verehrt wird. Von hier aus soll Jesus in den Himmel aufgestiegen sein. Paulinus, der Bischof von Nola (in der Provinz Neapel) beschreibt um 403 die entstehende Legende in einem Brief an seinen jüngeren Freund Sulpicius Severus: «In der Kirche der Himmelfahrt erscheint jener Ort, von dem aus ER, von einer Wolke getragen, in den Himmel aufstieg [...] so durch seine heiligen Fußspuren geheiligt, dass derselbe niemals mit Marmor bedeckt oder gepflastert werden konnte; vielmehr wurde alles, was man zur Ausschmückung anzubringen suchte, von dem sich sträubenden Boden hinweggeschleudert. Darum verbleibt in dem gesamten Raum der ganzen Basilika der Boden in seiner ursprünglichen Gestalt, als Rasen fortgrünend; auch bewahrt die Bodenfläche sichtbar und handgreiflich den hochverehrten Eindruck der heiligen Füße in dem von Gott berührten Erdenstaub, sodass wahrhaft gesagt werden kann: Wir beten dort an, wo seine Füße standen» (Epistula 31,4).</p>
<p style="text-align: justify;">Wenige Jahrzehnte später friedete <strong>Kaiserin Eudokia </strong>(400?-460) die Stadt wieder ein. Inmitten des heutigen jüdischen Viertels stand die gewaltige <strong>Hagia Maria Nea </strong>Kirche. Kilometerweit war Jerusalem wieder mit Klöstern und liebevoll terrassierten Hügeln umgeben, die jährlich tausende von Pilgern ernährten. Erst mit der <strong>muslimischen Eroberung </strong>638 n. Chr. endete die christliche Präsenz in Jerusalem für eine lange Zeit.</p>
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		<title>Sensationeller Fund in Jerusalem</title>
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		<pubDate>Tue, 23 Feb 2010 12:16:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>gilyaron</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

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		<description><![CDATA[Neue Funde neben dem Tempelberg in Jerusalem könnten eine Jahrzehnte alte Debatte über die Genauigkeit der Bibel entscheiden. Die Archäologin Elat Masar will die Stadtmauern König Salomos gefunden haben. Kritiker erwarten die Untersuchung der „potentiell sensationellen Funde“ mit Spannung. Lest hier mehr darüber!


]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-size: larger;"><span style="font-family: Arial;"><span lang="DE"><span style="font-size: larger;"><span style="font-family: Arial;"><span lang="DE"><span style="font-size: x-small;"><span style="font-size: larger;"><span style="font-family: Arial;"><span lang="DE"><span style="font-size: medium;"><span style="font-family: Arial;"><span lang="DE">Neue Funde neben dem <strong>Tempelberg</strong> in Jerusalem könnten eine Jahrzehnte alte Debatte über die <strong>Genauigkeit der Bibel</strong> entscheiden. Die Archäologin Elat Masar will die <strong>Stadtmauern König Salomos</strong> gefunden haben. Kritiker erwarten die Untersuchung der „potentiell sensationellen Funde“ mit Spannung. Lest <a href="http://www.info-middle-east.com/news/mord-wird-zum-debakel-4.html"><strong>hier mehr darüber</strong></a>!</span></span></span></span></span></span></span></span></span></span></span></span></span></p>
<p><span style="font-size: larger;"><span style="font-family: Arial;"><span lang="DE"><span style="font-size: larger;"><span style="font-family: Arial;"><span lang="DE"><span style="font-size: x-small;"><span style="font-size: larger;"><span style="font-family: Arial;"><span lang="DE"><span style="font-size: medium;"><span style="font-family: Arial;"><span lang="DE"></p>
<div id="attachment_555" class="wp-caption alignright" style="width: 778px"><img class="size-large wp-image-555" title="salomonisches-stadttor" src="http://www.go-jerusalem.de/blog/wp-content/uploads/2010/02/salomonisches-stadttor-768x1024.jpg" alt="Wurde dieses Stadttor mit seinen vier Kammern tatsächlich von König Salomo erbaut?" width="768" height="1024" /><p class="wp-caption-text">Wurde dieses Stadttor mit seinen vier Kammern tatsächlich von König Salomo erbaut?</p></div>
<p></span></span></span></span></span></span></span></span></span></span></span></span></span></p>
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