Noch einmal unabhängig – Jerusalem der Makkabäer

Während die Ptolemäer aus Ägypten und Seleukiden aus Syrien um die Vorherrschaft im Nahen Osten ringen, hebt Rom bereits sein Haupt. Immer mehr bedrängt es die seleukidischen Herrscher Jerusalems, die nun begierige Blicke auf den Tempelschatz werfen. Sie pressen Judäa eskalierende Tributzahlungen ab, bis die Landbevölkerung gegen die hellenisierte Priesterelite rebelliert. Anlass zum Aufstand ist das Vorhaben Antiochus IV. „Epiphanes“ („Inkarnation Gottes“), dem sein Zeitgenosse Polybios den vielleicht passenderen Spitznamen „Epimanes“ („verrückt“) verpasste, eine Statue Zeus im Tempel aufzustellen.

Unter der Führung Judas dem Makkabäer wird die Fremdherrschaft 164 v. Chr. abgeschüttelt, sein Bruder Simon weiht 142 v. Chr. den Tempel in Jerusalem wieder einzig Jahwe. Damit begründet er die hasmonäische Dynastie, die dem Königreich Judäa eine 79-jährige Periode der Unabhängigkeit beschert und Jerusalem wieder zu einer nennenswerten Hauptstadt macht. Die Hasmonäer betreiben eine Expansionspolitik, in die sie die Priesterklasse einspannen, damit sie neu-eroberte Völker, wie die Idumäer, in Massen zu Juden erklären. Doch damit wächst bei den Puristen der Unmut, zumal die Hasmonäer das Amt von Hohepriester und König in Personalunion führen, obschon sie nicht dem davidischen Königshaus entspringen. Dem gebührt gemäß der alten Triade ja bekanntlich allein der Thron.


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